Amtmann Fiebelkorn

In Heinersdorf, seit Jahren ein Ortsteil von Schwedt, befindet sich auf dem Friedhof an der Südseite ein fast mannshoher Sandsteinquader. Erst wenn man ganz nahe steht, sieht der aufmerksame Betrachter eine von den Jahren und von Wind und Wetter zerfressene und kaum lesbare Schrift. Auf der nach Westen gekehrten Seite ist der Name des Amtmanns Fiebelkorn, sowie die Tage seiner Geburt und seines Todes eingraviert.
Der Leser erfährt auch, dass der Amtmann Fiebelkorn in seinem 32
Lebensjahr verstarb. Auf der östlichen Seite des Steins kann man eine Widmung lesen, die für einen doch so jungen Mann ungewöhnlich erscheint. Der ganze Stein scheint auf einen außergewöhnlichen
Menschen oder einen besonderen Anlass hinzudeuten. Und das ist
tatsächlich der Fall.

Es wird sich folgende Geschichte erzählt:

Der Juli 1811 war ein besonders trockener und heißer Monat. Eigentlich ideal-für die Ernte des reifenden Korns, aber auch gefährlich, denn jeder kleine Funke genügte, einen Brand zu entfachen. Und so geschah es auch. Durch eine Unachtsamkeit entstand ein Feuer und auf Grund der Trockenheit und eines leichten Südwindes breitete sich das Feuer schnell aus. Ein Großteil der Ernte war vernichtet und mit Windeseile raste das Feuer auf Heinersdorf zu. Der junge Amtmann Fiebelkorn auf seinem Pferd ritt auf das Feuer zu. Keiner weiß, wie er es anstellte. Aber er lenkte das Feuer auf sich. Es änderte wie durch einen Zauber seine Richtung und raste hinter dem jungen Reiter her, der selbst schon wie eine Fackel auf dem Pferde saß. Amtmann Fiebelkorn ritt bis zum … Pfuhl, das Feuer immer im Nacken und in den Pfuhl hinein. Das Feuer erstickte und Heinersdorf war vor den Flammen gerettet. Amtmann Fiebelkorn und sein Pferd wurden nicht gefunden. Aus Dankbarkeit stellte das Dorf einen großen Stein auf. Diesen Stein kann man noch immer an der Südseite der Heinersdorfer Kirche finden.

Vers auf der Rückseite

“Tränend sahen wir Dich in die Gruft versenken. Tränend ehren wir solange Dein Andenken bis des Wiedersehens Wonne oben für uns scheint“

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